Das letzte Marketing-Dashboard deines Lebens

Komisches Statement – kann aber zutreffen. Ein nerviger Part meines Jobs ist das ständige Reporting von Ergebnissen auf 4-5 Marketing-Kanälen. Es kostet massiv Zeit und schnell erwischt Ihr Euch dabei wie Ihr irrelevante Zahlen & Metriken in die GoogleAdsJanuar_01_final.pdf einfügt, die Eurem Kunden nichts bringen – weil er sie schlichtweg nicht interpretieren kann.

Marketing Reports müssen aber keine stupide, sich ständig wiederholende Aufgabe sein. Grade im Agenturgeschäft wird schnell einfach zu viel Manpower notwendig um 25 Kunden mit individuellen Omni-Channel-Reports am Monatsanfang zu versorgen. In diesem Artikel möchte ich euch ein Tool zeigen welches es euch ermöglicht virtuelle Cockpits für euch und eure Kunden zu erstellen – damit ihr eure Zeit lieber mit der Optimierung von Kampagnen verbringen könnt, anstatt euren Desktop mit Screenshot-Collagen zu fluten.

Welche Tools gibt es?

  1. Google Data-Studio

Der Klassiker unter den Visualisierungstools. Kein Wunder, dass dieses Standardtool der Industrie vom Datengiganten Google auf den Markt gebracht wurde. In Verbindung mit Diensten wie BigQuery ist es in der Lage riesige Datenmengen zu verarbeiten welche Ihr wiederum für Eure Marketing-Dashboards hübsch visualisieren könnt. Auch hier ist Multi-Channel kein Problem.

Data-Studio gibt euch außerdem enorme Freiheiten in der Gestaltung eurer Dashboards. Das kann Fluch und Segen sein denn eine große Auswahl an Features lässt euch nicht zwingend schneller zu einem nutzbaren Ergebnis kommen.

Mein großes Problem mit Google Data-Studio sind die Verbindungen zu den Marketing-Kanälen außerhalb des Google-Ökosystems. Möchte man Beispielsweise seine Facebook-Ads Kampagnen in eine Auswertung einfließen lassen, liest man schnell den Namen „Supermetrics„. Kurzgesagt: Dieser Dienst bietet „Connector“ zu verschiedenen Plattformen wie Facebook Ads oder eurem Instagram Business-Account für eine monatliche Gebühr an.

Preise von supermetrics.com/

Möchte man nun 2-3 Plattformen zu einer Google Data-Studio Auswertung hinzufügen, ist man schnell bei über 100€ pro Monat. Klar, man kann diese Connectoren theoretisch auch selber bauen. Aber sind wir mal ehrlich, wer hat neben seiner Kampagnenbetreuung noch Zeit und Lust sich mit diesem Thema auseinander zu setzen?

Fazit: Google Data-Studio ist ab einer gewissen Komplexität sicherlich das Go-To-Tool für viele Nutzer. Möchte man aber schnell, effizient und günstig einen Überblick bekommen, würde ich eine Alternative empfehlen.

  1. Reportgarden

Reportgarden ist in der Agenturwelt weit verbreitet, trotz seiner relativ teuren Preisgestaltung. Bei einer monatlichen Zahlweise beginnt das Tool bei rund 300€. Dafür bekommt ihr Platz für 10 Kunden, unbegrenzte Auswertungen und Live-Dashboards. Natürlich bietet auch Reportgarden enorm viele Schnittstellen zu den gängigsten Plattformen an.

Mehr Connectoren findet Ihr auf reportgarden.com

Ich selbst habe keinerlei Erfahrungen mit diesem Tool. Mein erster Eindruck nach der Demo: Es entfaltet seine Kraft erst richtig, wenn man entsprechend viele Kunden mit Auswertungen und Reportings versorgen muss. Für kleinere Vorhaben ist der Preis nur schwer zu rechtfertigen.

  1. Mein Favorit: Databox

Auf den ersten Blick ist Databox ein normales Dashboard-Tool wie viel andere auch, die es nicht auf diese Liste geschafft haben. Was macht es also besonders?

Databox nennt sein Produkt selbst ein „Databoard“. Meiner Meinung nach trifft der Begriff „Cockpit“ hier eher zu! Ihr habt die Möglichkeit kleine, übersichtliche Auswertungen zu konfigurieren welche alle Daten live von Ihrer Quelle bereitstellen.

Google Analytics KPI Dashboard – Beispiel

Das grundlegende Design ist in Kacheln aufgebaut. Eure KPI’s könnt Ihr auf diesen Kacheln frei transformieren und verschieben. Sowohl die Darstellungsvariante (Diagramm, Zahl, Tacho, Liste etc.) als auch die Zeiträume lassen sich sehr intuitiv und einfach konfigurieren.

Eben so einfach ist das Verknüpfen der Datenquellen. Nach eurer Registrierung werdet ihr mit einem Setup-Wizard durch alle notwendigen Schritte geleitet. Einfach eine Datenquelle auswählen, einloggen, fertig!

Databox bietet natürlich noch weitaus mehr Quellen an: https://help.databox.com/category/206-data-source-guides

Für den normalen Use-Case eines KMU oder einer kleinen Agentur steht hier also alles bereit! Ihr könnt Dashboards kombinieren, sprich z.B. Facebook Ads und Facebook Page Insights mixen. Ihr könnt einzelne Metriken selbst erstellen / berechnen. Man kann Goals setzen und die Erreichung dieser Goals sehr ansehnlich präsentieren. Und natürlich kann man sich automatische „Reports“ zu festen Zeiten zukommen lassen.

Sinnvolles Beispiel aus der Praxis: richtet euch doch neben einem automatischen Reporting für eure Kunden mal eine Art „Morning-Briefing“ der Ergebnisse vom Vortag zusammen. Das kann und wird euch sinnvolle Impulse für die Arbeit während des Tages liefern!

Was Databox aktuell leider noch nicht beherrscht, ist die Auswahl von flexiblen Zeiträumen. Wollt ihr also den Dienstag bis Freitag aus KW 45 in 2019 Auswählen (Beispiel) sind euch aktuell noch die Hände gebunden. Databox arbeitet aber auch hier an einem Update, welches dies bald ermöglichen soll.

Ihr könnt euch aktuell für 6 Zeiträume pro Metrik entscheiden

Kommen wir nun aber zum absoluten Killer-Argument, warum man sich Databox gegenüber all den vergleichbaren Tools unbedingt anschauen sollte: Der Preis.

Ist man mit 3 Datenquellen, 3 Dashboards und einer täglichen Datenaktualität zufrieden ist Databox nämlich komplett kostenfrei!

Natürlich gibt es weitere „Paywalls“ wenn es zB. um die Anzahl der Metriken pro Datenquelle geht. Dennoch kann man grade als Freelancer oder kleine Agentur seine ersten Schritte kostenfrei unternehmen, anstatt sich an hohe monatliche Gebühren zu binden.

Vorteile:

  • sehr einfache Einrichtung & Verknüpfung mit Datenquellen
  • vielfältige Metriken mit voreingestellten Visualisierungen
  • Fokus auf das wichtigste durch Platzbeschränkung!
  • Free-Plan hat einen großen Umfang und ist auch wirklich „FREE“
  • gute visuelle Anpassungsmöglichkeiten des Dashboards + eigenes Branding
  • einzelne Metriken können frei umbenannt werden

Nachteile:

  • Einschränkung der Komplexität durch Platzbeschränkung
  • keine flexible Datumswahl
  • aktuell nur in englischer Sprache
  • nur tägliche Datenaktualität bei Free-Plan

Meldet euch an, klickt euch ein Dashboard zusammen oder wählt eines der vielen Vorlagen, schickt euren Kunden den Link & entscheidet zusammen, ob ihr diese Form der Auswertung in Zukunft nutzen wollt. Denn am Ende des Tages muss der Köder dem Fisch schmecken & nicht dem Angler.

Mehr Informationen findet ihr auf databox.com. (Zur Abwechslung mal kein Affiliate-Link)

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